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Jeder
Sport macht mehr Spaß, wenn man dazu die richtige Ausrüstung hat. So vermittelt
es uns die Sportartikelindustrie. Zugegeben, das klingt durchaus einleuchtend!
Müssen es aber gleich Stöcke um EUR 149,- sein damit Nordic Walking Spaß macht?
Diese Frage können wir mit einem ganz klaren nein beantworten.
Auf dem
Markt wird inzwischen eine Vielzahl von Stöcken angeboten, welche sich in
Material (Aluminium, Carbon, Glasfaser, ...), Gewicht, Griff- bzw.
Schlaufensystem und Größenverstellbarkeit (Teleskopstöcke oder feststehende
Stöcke) unterscheiden.
Die
Entwicklung der Stöcke ist bereits sehr weit fortgeschritten. Beim Kauf von
Nordic Walking Stöcken kann heutzutage also fast nichts mehr schief gehen. Da die
Stöcke jedoch das zentrale Element in der Ausrüstung des „homo nordic walking"
sind, sollte man auf ein paar grundsätzliche Dinge achten bevor man zuschlägt.
Die richtige Länge der Nordic Walking Stöcke
Wenn Sie sich also für Ihr Modell entschieden haben, bleibt nur noch eine Frage offen: Wie lange sollen die Stöcke sein?
Die
richtige Stocklänge ist eine Grundvoraussetzung um eine optimale
Bewegungstechnik ausführen zu können. Zu kaum einem
anderen Thema gibt es so viele unterschiedliche Meinungen. Einen ersten Richtwert
erhält man, indem man seine Körpergröße (in cm) mit 0,66 multipliziert.
Beispiel:
Eine 1,72m große Frau rechnet folgendermaßen: 172cm*0,66 = 113,5cm.
113,5cm
wäre also die errechnete Stocklänge. Da die meisten Hersteller ihre Stocklängen
in 5cm Schritten anbieten, wäre in diesem Fall ein Test der Stocklängen 110 und
115 angebracht. Im Zweifelsfall kaufen Sie den längeren! Ein nachträgliches
Kürzen des Stocks ist in den meisten Fällen ohne großen Aufwand möglich.
Die beste
Methode ist immer, wenn Sie die richtige Stocklänge einfach ausprobieren.
Stellen Sie die Stöcke vor dem Körper senkrecht auf. Der Austritt der
Handschlaufe aus dem Griff sollte sich nun ca. auf Höhe des Bauchnabels
befinden bzw. knapp darüber. Vergessen Sie Hinweise wie z. B. „Der Winkel
zwischen Oberarm und Unterarm sollte 90° sein", oder ähnliches. Solche Stöcke
sind definitiv zu lang!
Der
Gold-Standard in der Bestimmung Ihrer Stocklänge: Besuchen Sie einen Kurs bei
einem guten Instructor und testen Sie dort verschiedene Modelle. Keine Formel
der Welt kann diese Erfahrung ersetzen.
Die
Schlaufe
Die
Schlaufen sollten möglichst einfach in der Handhabung sein und individuell an
die Größe der Hand anzupassen sein. Auf diese Weise kann ein guter Halt am
Stock gewährleistet werden, was wiederum zu einer guten Stockkontrolle führt.
Die Handschlaufe sollte so beschaffen sein, dass der Druck gleichmäßig auf die
Hand verteilt wird und eine freie Blutzirkulation möglich ist. Teurere Modelle
liefern Schlaufen, die aus „Mesh" gefertigt sind. Dieses Material garantiert
ein hohes Maß an Atmungsaktivität, dadurch kann Schweiß optimal von der Hand
weg transportiert werden. Reflektoren an den Griffschlaufen geben in der
Dunkelheit zusätzliche Sicherheit.
Der Griff
Wenn
möglich sollte der Griff aus Schweiß absorbierendem Naturkork gefertigt sein.
Dieses natürliche Material nützt sich zwar etwas schneller ab, dafür fühlt sich
ein echter Korkgriff am komfortabelsten an.
Die Form
des Griffes sollte ergonomisch sein und angenehm in der Hand liegen. Falls
möglich, testen Sie Ihre Stöcke, bevor Sie sie kaufen. Nach ein paar Metern im
Sportgeschäft können Sie meist noch nicht feststellen ob Ihnen ein Stock gut in
der Hand liegt oder nicht.
Am oberen
Ende des Griffs befindet sich die Verstellmöglichkeit der Schlaufenlänge. Es
gibt hier verschiedene Arten der Verstellungen. Gute und weniger gute. Testen
Sie auch hier noch vor dem Kauf, ob Sie ohne großen Aufwand den
Verstellmechanismus bedienen können. Von Stöcken ohne entsprechende
Verstellmöglichkeit raten wir dringlich ab.
Der Schaft
Nordic Walking Stöcke sind in der Regel einteilig und werden aus Aluminium oder
Carbon bzw. einer Carbon/Glasfasermischung gefertigt, um den vielfältigen
Belastungen an das Material (Druck, Zug) gerecht zu werden. Die Stöcke müssen
den individuellen Anforderungen des Nordic Walking Trainings standhalten. Eine
schwere Person benötigt einen stabilen Carbonstock, während eine leichte Person
auch mit einem weicheren Carbon/Glasfaserstock zu Recht kommt.
Carbonstöcke
dämpfen Schwingungen, die beim Aufprall der Stockspitze am harten Untergrund
entstehen besser als Aluminiumstöcke. Diese Schwingungen können die Hand-,
Ellbogen- und Schultergelenke möglicherweise belasten. Ein weiterer Nachteil
von Aluminiumstöcken gegenüber Carbonstöcken ist die höhere Geräuschentwicklung
auf hartem Untergrund.
Falls die
entsprechende Nachfrage besteht, werden wir in Zukunft einen Beitrag veröffentlichen,
der die Produktion von Nordic Walking Stöcken darstellt.
Die Spitze
Einfachere Stöcke haben Spitzen aus Aluminium, die sich relativ schnell abnützen
können. Höherwertige Modelle haben Spitzen aus gehärtetem Stahl, deren
Lebensdauer deutlich höher ist. Idealerweise ist die Spitze leicht abgeschrägt,
damit sie beim Abstoß verbesserten Halt gibt und ein Abrutschen verhindert
wird.
Für
harten Untergrund (asphaltierte, gepflasterte Wege) ist die Verwendung der
meist mitgelieferten Gummipads zu empfehlen. Diese Pads gewährleisten auch auf
diesem Untergrund guten Halt und Dämpfung. Außerdem wird das Geräusch der
Metallspitzen am Asphalt gedämpft. Wer die Technik gut beherrscht, kann auch
ohne Gummipads walken.
Ein fairer Preis für Nordic Walking Stöcke
Wie viel
soll man in einen vernünftigen Stock investieren?
Nach
vielen Kursen hat sich eine ganz klare Tendenz herausgestellt: Das beste
Preis-Leistungsverhältnis erhielten wir in der
Preisklasse zwischen EUR 45,-
und EUR 55,-. Wer sich ein bisschen umsieht und nach Angeboten in den
Sportgeschäften sucht, der kann um EUR 49,- einen wirklich guten Stock
finden. Für Vielgeher (mehr als 5 mal pro Woche), lohnt sich
möglicherweise die Anschaffung teurer Stöcke. Der Unterschied liegt
meistens in einer Gewichtsersparnis, die den höheren Preis für
Gelegenheitsgeher meist nicht rechtfertigt.
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